Das Fazit zuerst
KI-Mail-Tools erscheinen am laufenden Band, mit immer lauteren Launches. Kaum eines übersteht zwei Monate auf dem Rechner. Superhuman gehört zu denen, die geblieben sind. Nur hat sich zuletzt einiges verschoben: Grammarly hat den Client übernommen, und für die Mail-Funktion zahlt man inzwischen rund 33 US-Dollar im Monat.
Nach allem, was wir gesichtet haben, baut Superhuman den schnellsten Mail-Client auf dem Markt, und keiner ist sorgfältiger verarbeitet. Inzwischen firmiert er als "Superhuman Mail" innerhalb der Grammarly-/Superhuman-Suite, der Einstieg liegt bei rund 33 US-Dollar pro Monat. Der Haken ist derselbe geblieben wie immer: Das Tool lässt Sie Mails schneller wegarbeiten, aber es reduziert nicht deren Zahl. Ob sich das rechnet, entscheidet sich an zwei Fragen. Wie viele Nachrichten erreichen Sie pro Tag? Und ist E-Mail wirklich der Kern Ihrer Arbeit?
Unser Urteil in einem Satz: Superhuman ist der schnellste und am feinsten verarbeitete Mail-Client zu kaufen, ein Premium-Werkzeug zum Premium-Preis. Es macht Sie schneller, nicht entlasteter.
Sollten kaufen: Vielmailer mit mehr als 100 Nachrichten am Tag, für die E-Mail Kerngeschäft ist – Gründerinnen, Führungskräfte, Vertrieb, Customer Success. Wer ohnehin Gmail oder Outlook nutzt und die Lernkurve gegen dauerhaftes Tempo eintauschen will.
Sollten verzichten: Wer pro Tag nur rund 30 Mails bearbeitet, aufs Budget achtet, mit Gmail plus Gemini gut zurechtkommt oder vor allem KI-Automatisierung sucht statt reinem Tempo. Für Letzteres ist Shortwave die bessere Wahl.
Bewertung: G2 rund 4,7 von 5 bei über 14.000 Bewertungen (Gesamtnote, kein reiner KI-Wert). Bei Capterra fällt das Unterkriterium Preis-Leistung mit 4,1 am schwächsten aus.
Offenlegung: SimilarLabs arbeitet unabhängig. Dieser Beitrag kann Affiliate-Links enthalten, auf unsere Bewertung haben sie keinen Einfluss.
Ein Wort zur Methode, bevor es losgeht. Wir haben keinen kontrollierten Labortest gefahren. Unsere Einschätzung stützt sich auf die offiziellen Angaben, mehr als 14.000 Plattformbewertungen und Erfahrungsberichte aus der Community. Wo Superhuman mit eigenen Zahlen wirbt, etwa vier gesparten Stunden pro Woche, kennzeichnen wir das als Herstellerangabe und halten es gegen das tatsächliche Nutzerfeedback.
Was Superhuman eigentlich ist
Superhuman ist kein weiterer Anstrich für Ihren Posteingang. Es ist ein von Grund auf auf Tempo und Tastaturbedienung getrimmter Mail-Client, der auf Ihrem bestehenden Gmail- oder Outlook-Konto aufsetzt. "Built for teams that use Gmail or Outlook", formuliert der Anbieter. Sie wechseln also nicht den Mail-Anbieter, sondern die Oberfläche, durch die Sie ihn bedienen. Auf der Startseite reiht das Unternehmen Kundenlogos auf: OpenAI, Figma, HubSpot, DoorDash.
Seit Mitte 2025 hat sich der Rahmen allerdings verschoben. Grammarly, bekannt für Schreibassistenz, hat Superhuman übernommen. Die Ankündigung datiert auf Ende Juni 2025, der Kaufpreis wurde nicht offengelegt. Zur Einordnung: Superhuman hatte zuvor mehr als 114 Millionen US-Dollar von Investoren wie a16z, IVP und Tiger Global eingesammelt, in der letzten Runde lag die Bewertung bei rund 825 Millionen US-Dollar (laut TechCrunch). Im November 2025 benannte sich die Muttergesellschaft selbst in Superhuman um. Der Mail-Client heißt seither offiziell "Superhuman Mail".
Damit ist das Produkt heute einer von vier Bausteinen. Grammarly kümmert sich ums Schreiben, Coda um den Arbeitsbereich, Superhuman Mail um den Posteingang, und Superhuman Go agiert als proaktiver KI-Assistent über mehr als 100 Apps hinweg. Die Logik dahinter hat Grammarly in der Übernahmemitteilung selbst benannt:
"Email isn't just another app; it's where professionals spend significant portions of their day, and it's the perfect staging ground for orchestrating multiple AI agents."
Auf Deutsch: E-Mail soll die Bühne werden, auf der mehrere KI-Agenten zusammenspielen. Für die Bewertung des reinen Mail-Clients ist das durchaus relevant. Sie kaufen heute nicht mehr nur den Client, sondern das ganze Bündel. Was das konkret kostet, dazu kommen wir weiter unten. Wer den breiteren Markt sondieren will, findet in unserer Übersicht der besten KI-Produktivitätstools 2026 den Kontext, in den sich Superhuman einordnet.
Die Funktionen, auf die es ankommt
Funktional zerfällt Superhuman in zwei Hälften, und man muss sie getrennt bewerten. Die erste ist das Tempo samt Tastaturbedienung, das Aushängeschild und der eigentliche Unterschied zur Konkurrenz. Die zweite ist die KI-Suite, nützlich, aber im Zweifel Beifahrerin statt Autopilot. Wir gehen beide Hälften der Reihe nach durch: was eine Funktion tut, wie sie sich nach Berichten von Rezensenten und Nutzern im Alltag schlägt und was eine kostenlose Alternative an gleicher Stelle bietet.
Tempo und Tastaturfluss
Das Versprechen lautet: Hände bleiben auf der Tastatur. Über Split Inbox teilt Superhuman den Posteingang in Bereiche mit unterschiedlichem Fokus auf – "divide your inbox into different areas of focus" – und sortiert etwa Benachrichtigungen aus Google Docs, Figma, Jira, Asana, GitHub oder Notion in eigene Spalten. Das spart das ständige Hin- und Herspringen zwischen Kontexten. Send Later terminiert den Versand, Snooze legt Nachrichten beiseite, und mit Tastaturkürzeln arbeiten Sie den Posteingang im Idealfall auf null herunter – "Hit Inbox Zero with keyboard shortcuts", so der Anbieter.
In der Praxis ist genau das Tempo der am häufigsten genannte Pluspunkt. Nutzer berichten übereinstimmend von einer tastaturgetriebenen, beinahe verzögerungsfreien Bedienung. Ein Anwender, der das Tool seit sechs Jahren einsetzt, schätzt sich beim Mailen rund 50 Prozent schneller (laut nicklafferty.com). Eine viel zitierte Befehlspalette über Cmd+K und eine kolportierte Latenz von "100 Millisekunden" bestätigt Superhuman offiziell nicht ausdrücklich. Beides stammt aus Tests und Erfahrungsberichten Dritter und ist entsprechend mit Vorsicht zu lesen. Dasselbe gilt für Detailfunktionen wie Read Statuses, Snippets oder Undo Send, die Rezensenten dem Client zuschreiben.
Der Preis für dieses Tempo ist die Lernkurve. Berichten zufolge bringt Superhuman über 100 Tastaturkürzel mit, und bis man sie beherrscht, vergehen Wochen. Das Tool belohnt Geduld. Wer nur sporadisch Mails liest, holt die Investition kaum heraus.
Die KI-Suite
Auf der KI-Seite bündelt Superhuman mehrere Funktionen, die laut offizieller Produktseite alle eingebaut sind. Ask AI beantwortet Fragen quer über Mails, Kalender und Web in natürlicher Sprache – "Just ask 'where's the offsite'" –, ohne dass Sie sich an Absender oder Stichwörter erinnern müssten. Auto Summarize setzt über jede Konversation eine einzeilige Zusammenfassung, die sich bei neuen Mails sofort aktualisiert. Der Anbieter nennt das "the first AI feature you don't have to remember to use." Write with AI formuliert aus ein paar Stichworten eine vollständige Mail, Instant Reply legt zu jeder Nachricht schon einen editierbaren Antwortentwurf an, und Rewrite in My Voice gleicht den Ton an Ihre bisherige Schreibweise an. Dazu kommen Auto Labels und Auto Archive, die Marketing-Mails, Kaltakquise und Social-Updates automatisch trennen oder archivieren, Follow-up Reminders, die nicht nur erinnern, sondern auf Wunsch gleich die Nachfass-Mail schreiben, sowie Schedule with AI für Termine samt Titel, Beschreibung, Ort und Teilnehmern.
Beim Datenschutz hebt Superhuman ein "Zero Day Data Retention agreement" hervor, protokolliert nach eigener Aussage keine KI-Antworten und trainiert keine Modelle mit Nutzerdaten. Die KI lässt sich aktiv zu- oder abschalten.
So weit die Theorie, im praktischen Einsatz zeigt sich ein differenzierteres Bild. Entwürfe, Zusammenfassungen und die Tonangleichung gelten in Erfahrungsberichten als hilfreich, aber nicht als Wendepunkt. Der wiederkehrende Befund: Die KI macht Sie schneller, nicht entlasteter. Ein von get-alfred.ai zitierter Nutzer bringt es auf den Punkt:
"I was faster at email but I wasn't spending less time on email. I was just getting through the same pile quicker."
Superhuman übernimmt also nicht die Triage und senkt nicht die Zahl der Entscheidungen, die Sie treffen müssen. Es beschleunigt nur das Abarbeiten desselben Stapels. Ein Rezensent fasst das mit der Bemerkung zusammen, allein für die KI würde er nicht zahlen. Wer den Mehrwert von Superhuman vor allem in der Automatisierung sucht, sollte das im Hinterkopf behalten.
Die folgende Tabelle ordnet die KI-Funktionen ein, wie wir sie nach Recherche und Abgleich mit Nutzerfeedback einschätzen.
| KI-Funktion | Was sie tut | Unsere Einschätzung |
|---|---|---|
| Ask AI | Beantwortet Fragen über Mails, Kalender und Web in natürlicher Sprache | Praktisch beim Suchen ohne Stichworte; Komfort, kein Alleinstellungsmerkmal |
| Auto Summarize | Einzeilige Zusammenfassung über jeder Konversation, automatisch | Solide Zeitersparnis beim Überfliegen, läuft im Hintergrund |
| Write with AI | Formuliert aus Stichworten eine vollständige Mail | Brauchbar für Routinemails, Nachkontrolle bleibt nötig |
| Instant Reply | Legt zu jeder Mail einen Antwortentwurf an | Spart Tipparbeit; Anbieter verspricht "twice as fast" – Herstellerangabe |
| Rewrite in My Voice | Passt den Ton an Ihre Schreibweise an | In Bewertungen häufig gelobt, Ergebnis variiert je nach Vorlage |
| Auto Labels / Archive | Trennt und archiviert Marketing, Kaltakquise, Social | Hält den Posteingang sauberer, ersetzt aber keine echte Triage |
| Follow-up Reminders | Erinnert ans Nachfassen und schreibt die Mail auf Wunsch | Nützlich im Vertrieb, abhängig von der Disziplin beim Pflegen |
| Schedule with AI | Erstellt Termine mit Titel, Ort und Teilnehmern | Bequem, vergleichbare Funktionen gibt es inzwischen auch kostenlos |
Auffällig ist, wie viel davon Gmail inzwischen kostenlos oder als Teil bestehender Abos mitliefert. Snooze, terminierter Versand, Smart Compose und Nudges sind dort längst Standard, mit Gemini sind Zusammenfassungen und Antwortvorschläge dazugekommen. Der Anbieter wirbt mit "Save 4 hours every week" und gibt an, "Superhuman Mail saves teams over 15 million hours every single year". Beides sind Herstellerangaben, die sich mit dem Nutzerfeedback nicht eins zu eins decken. Stark bleibt Superhuman dort, wo es immer stark war: beim reinen Tempo und bei der Kuratierung des Posteingangs. Bei der KI hat die kostenlose Konkurrenz spürbar aufgeholt.
Der Alltag mit Superhuman
Der Einstieg ist ungewöhnlich gut betreut. Statt Sie allein durch die Einstellungen zu lassen, führt Superhuman neue Nutzer in einer rund 30-minütigen, konzeptionell aufgebauten Sitzung an die Arbeitsweise heran. Dieser Punkt kommt in Bewertungen durchweg gut weg. Wer die halbe Stunde investiert, versteht hinterher, warum das Tool so funktioniert, wie es funktioniert.
Im täglichen Gebrauch läuft die Bedienung flüssig, und die Verarbeitung sitzt im Detail. In Erfahrungsberichten taucht zur Gestaltung der Satz "no other email client comes close" auf. Nach allem, was wir gesichtet haben, ist das keine Marketing-Übertreibung, sondern ein wiederkehrendes Urteil von Anwendern. Die Software fühlt sich an wie ein Werkzeug, an dem lange gefeilt wurde.
Zur Ehrlichkeit gehört aber auch: Der Tempo-Bonus flacht ab. Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass sich die Geschwindigkeitsvorteile nach etwa ein bis drei Monaten einpendeln (laut get-alfred.ai). Aus der anfänglichen Verblüffung wird dann Routine. Auch zum mobilen Einsatz und zum einheitlichen Posteingang gibt es Nutzerstimmen, die Schwächen anmerken. Das Tool wird mit der Zeit nicht schlechter, doch der Abstand zum gewohnten Client wirkt nach dem ersten Quartal kleiner als am ersten Tag.
Behandeln Sie die Testphase nicht als Frage "Ist Superhuman schön?", sondern als Prüfung "Schafft es Superhuman, meine alten Gewohnheiten zu ändern?". Klären Sie vorher ehrlich, ob Ihr Mail-Aufkommen die Lernkurve über 100 Tastaturkürzel überhaupt rechtfertigt. Bei wenigen Dutzend Mails am Tag amortisiert sich der Aufwand selten.
Was Superhuman 2026 wirklich kostet
Hier wird es für Neukunden teuer, und für viele zum entscheidenden Streitpunkt. Seit der Übernahme stecken die Mail-Funktionen ausschließlich im Business-Tarif. Drei sich gegenseitig bestätigende Drittquellen nennen rund 33 US-Dollar pro Mitglied und Monat bei jährlicher Zahlung, 40 US-Dollar bei monatlicher Abrechnung. Wichtiger noch: In diesem Tarif sind Grammarly, Coda und Superhuman Go schon eingepreist. Sie zahlen das Bündel also mit, auch wenn Sie nur den Mail-Client wollen. Der frühere, günstigere Starter-Tarif wurde Berichten zufolge für Neukunden nach der Übernahme eingestellt. Genau diese höhere Einstiegshürde ist der am häufigsten genannte Kritikpunkt.
| Tarif (Superhuman Suite) | Monatlich | Jährlich | Mail enthalten? | Für wen |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0 US-$ | 0 US-$ | Nein | Nur KI-Chat, Grammarly, Coda |
| Pro | 30 US-$ | 12 US-$/Monat | Nein | Schreiben und Arbeitsbereich ohne Mail |
| Business | 40 US-$ | rund 33 US-$/Mitglied | Ja | Vielmailer, Teams mit Mail im Zentrum |
| Enterprise | individuell | individuell | Ja | Organisationen mit SAML SSO, BYOK |
Im Vergleich landet Superhuman klar im Premium-Segment. Spark beginnt bei 0 US-Dollar und kostet im Plus-Tarif rund 10, im Pro-Tarif rund 20 US-Dollar pro Monat. Shortwave startet bei rund 30 US-Dollar im Business-Tarif. Gmail mit den Gemini-Grundfunktionen ist für die meisten ohnehin kostenlos oder in bestehenden Workspace-Abos schon enthalten. Gegenüber Shortwave sind die rund 33 US-Dollar pro Monat also kein Ausreißer nach oben, gegenüber Spark oder Gmail liegen sie deutlich darüber. Ein Rezensent von clean.email formuliert nüchtern, die App sei "several times higher than other email clients."
Eine Einschränkung in eigener Sache. Zur Länge der kostenlosen Testphase widersprechen sich die Quellen, genannt werden 14 bis 30 Tage. Zu konkreten KI-Nutzungsgrenzen liegen uns keine belastbaren Angaben vor. Die Preise sind Stand Juni 2026, die offizielle Seite ist reines JavaScript, prüfen Sie aktuelle Preise daher auf superhuman.com.
Stärken und Schwächen im Überblick
- Schnellster Mail-Client am Markt, durchgängig tastaturgetrieben
- Split Inbox trennt Kontexte und reduziert das Springen zwischen Apps
- Außergewöhnlich sorgfältige Gestaltung und flüssige Bedienung
- KI-Entwürfe und Tonangleichung beschleunigen Routinemails
- Konzeptionelles Onboarding in rund 30 Minuten, gut bewertet
- "Zero Day Data Retention", keine Modell-Trainings mit Nutzerdaten
- Hoher Einstiegspreis plus erzwungenes Bündel mit Grammarly und Coda
- KI bleibt Assistenz, übernimmt keine Triage und reduziert keine Mails
- Tempo-Bonus flacht nach ein bis drei Monaten ab
- Gmail hat bei Snooze, Versandterminierung und KI aufgeholt
- Steile Lernkurve, gebunden an Gmail oder Outlook, kein Gratis-Tarif
Für wen es sich eignet – und wer verzichten sollte
Die ehrliche Antwort hängt weniger vom Tool ab als von Ihrem Posteingang.
Greifen Sie zu, wenn Sie täglich über 100 Mails bearbeiten und E-Mail der Kern Ihrer Arbeit ist. Das trifft auf viele Gründerinnen, Führungskräfte sowie Rollen im Vertrieb und Customer Success zu. Sitzen Sie ohnehin auf Gmail oder Outlook, sind bereit, die Lernkurve gegen dauerhaftes Tempo einzutauschen, und nutzen die übrigen Bausteine der Suite tatsächlich – Grammarly fürs Schreiben, Coda für den Arbeitsbereich –, dann arbeitet das Bündel eher für Sie als gegen Sie. Für genau dieses Profil ist Superhuman nach unserer Einschätzung das beste verfügbare Werkzeug.
Verzichten Sie, wenn Ihr Aufkommen bei etwa 30 Mails am Tag liegt, das Budget knapp ist oder Sie mit den kostenlosen Funktionen von Gmail plus Gemini gut zurechtkommen. Geht es Ihnen vor allem um KI und nicht um Tempo, ist Shortwave für weniger Geld die passendere Wahl. Superhuman verkauft Geschwindigkeit und Verarbeitung, nicht die Hoffnung, dass eine KI Ihnen das Mailen abnimmt. Wer das Falsche erwartet, wird mit dem Preis nicht glücklich. Teams, die ihr Werkzeug breiter aufstellen wollen, finden in unserem Überblick zu den besten KI-Tools für Remote-Teams weitere Optionen.
Die Alternativen, die einen Blick wert sind
Um Tempo und Kuratierung streitet niemand frontal mit Superhuman, das ist sein Burggraben. Bei der KI und beim Preis sieht das anders aus. Drei Alternativen lohnen den Vergleich.
| Tool | KI-Schwerpunkt | Preis (ab) | Plattformen | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Superhuman | Entwürfe, Zusammenfassungen, Tonangleichung | rund 33 US-$/Monat | Gmail, Outlook | Tempo-orientierte Vielmailer |
| Shortwave | Agentische Automatisierung, KI-Suche | rund 30 US-$/Monat | Gmail | Maximale KI-Automatisierung |
| Spark | KI als Zusatz, Meeting-Notizen | 0 US-$ / ab 10 US-$ | iOS, Android, Mac, Windows | Plattformbreite zum kleinen Preis |
| Gmail + Gemini | Zusammenfassungen, Antwortvorschläge | kostenlos / im Abo | überall, wo Gmail läuft | Nulleinstieg ohne Migration |
Shortwave setzt am stärksten auf agentische KI: Ein prompt-gesteuerter Agent organisiert, terminiert, schreibt und sucht. Dafür gibt es keinen dauerhaft kostenlosen Tarif, die höheren Stufen sind teuer (Premier rund 45, Max rund 120 US-Dollar), und Shortwave kann ausschließlich Gmail. Wer die weitreichendste Automatisierung sucht und auf das letzte Quäntchen Tempo verzichten kann, ist hier richtig.
Spark von Readdle ist die pragmatische Wahl. Es bietet einen echten Gratis-Tarif, die breiteste Plattformabdeckung – von iOS über Windows bis zur Apple Watch – und versteht neben Gmail auch IMAP, iCloud, Exchange, Outlook und Yahoo. Die KI ist hier eher Beigabe als Kern, dafür kostet der Plus-Tarif nur rund 10, der Pro-Tarif rund 20 US-Dollar im Monat. Für die meisten Privat- und Gelegenheitsnutzer reicht das.
Gmail mit Gemini ist der unsichtbare Wettbewerber. Zusammenfassungen, "Help Me Write" und Antwortvorschläge sind kostenlos oder in Workspace-Abos schon enthalten, die Migration entfällt komplett, und die Funktionen stehen überall bereit. Die KI bleibt konservativer und werkzeughafter, an die Tempo-Choreografie eines Superhuman reicht Gmail nicht heran. Wer aber zufrieden ist, hat schlicht wenig Grund, 33 US-Dollar im Monat draufzulegen. Eine breitere Einordnung dieser Tools liefert unsere Liste der besten KI-Produktivitätstools 2026.
Endgültiges Urteil
Richtung und Ausführung sind bei Superhuman erstklassig. Es bleibt aber ein Premium-Werkzeug mit Premium-Preis. Wer von E-Mail lebt und täglich darin versinkt, bekommt die gesparte Zeit pro Woche zurück und zahlt den Preis nach unserer Einschätzung zu Recht. Für alle anderen sind das kostenlose Gmail mit Gemini oder das günstigere Spark längst gut genug. Auf einen Satz gebracht: Sie kaufen mit Superhuman Geschwindigkeit und Verarbeitung, nicht die Aussicht, dass eine KI Ihnen das Antworten erspart. Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald sich Preise oder Funktionen ändern. Gerade nach der Übernahme bleibt der Markt in Bewegung.
Häufige Fragen
Lohnt sich Superhuman im Jahr 2026?
Das kommt auf Ihr Mail-Aufkommen und Ihre Rolle an. Wer täglich über 100 Mails durcharbeitet und für wen E-Mail die eigentliche Arbeit ist – Gründerinnen, Führungskräfte, Vertrieb –, spart genug Zeit ein, um die rund 33 US-Dollar pro Monat hereinzuholen. Liegen Sie eher bei 30 Mails am Tag oder ist das Budget knapp, genügen das kostenlose Gmail mit Gemini oder das günstigere Spark.
Was kostet Superhuman jetzt?
Seit der Übernahme stecken die Mail-Funktionen nur noch im Business-Tarif. Mehrere Drittquellen nennen rund 33 US-Dollar pro Mitglied und Monat bei jährlicher Zahlung, 40 US-Dollar bei monatlicher Abrechnung. Diese Angaben sind Stand Juni 2026. Die offizielle Seite ist reines JavaScript, prüfen Sie aktuelle Preise daher auf superhuman.com.
Hat die Grammarly-Übernahme etwas geändert?
Organisatorisch einiges. Grammarly hat Superhuman 2025 gekauft, im November 2025 benannte sich die Muttergesellschaft in Superhuman um, und der Client heißt seither "Superhuman Mail" – ein Baustein im Vierer-Bündel mit Grammarly, Coda und Superhuman Go. Offiziell soll sich für bestehende Kunden an den Produkten nichts ändern. Berichten zufolge fiel der frühere, günstigere Starter-Tarif für Neukunden allerdings weg.
Superhuman oder Shortwave – was ist besser?
Shortwave setzt stärker auf agentische KI und steigt günstiger ein, hat aber keinen dauerhaft kostenlosen Tarif und kann nur Gmail. Superhuman arbeitet schneller und ist in der Bedienung feiner abgestimmt. Geht es Ihnen um maximale Automatisierung, nehmen Sie Shortwave. Geht es Ihnen um den schnellsten Posteingang, Superhuman.
Gibt es eine kostenlose Version oder eine Testphase?
Einen dauerhaft kostenlosen Mail-Tarif gibt es nicht. Zur Länge der Testphase widersprechen sich die Quellen, genannt werden 14 bis 30 Tage. Kostenlos bleiben Gmail mit Gemini sowie der Gratis-Tarif von Spark.
Funktioniert Superhuman mit Outlook?
Ja. Superhuman unterstützt Gmail ebenso wie Outlook beziehungsweise Microsoft 365 und setzt als Client auf Ihr bestehendes Konto auf.
Quellen und Referenzen
- Superhuman – offizielle Website und Produktseite Mail
- TechCrunch: Grammarly acquires AI email client Superhuman
- Grammarly-Blog: Ankündigung der Umbenennung zu Superhuman
- Shortwave – Preisübersicht
- Spark / Readdle – Preisübersicht
- Google-Blog: Gmail tritt in die Gemini-Ära ein
- agentys.io – Analyse der Superhuman-Preise 2026
- get-alfred.ai – Warum Nutzer Superhuman wieder verlassen
- nicklafferty.com – Langzeit-Erfahrungsbericht zu Superhuman


